Vorbild


Am 15. Dezember 1859 erfolgte die offizielle Einweihung des Bopparder Empfangsgebäudes.
Es war ein sehr repräsentatives zweistöckiges Bauwerk mit einem schiefergedeckten Satteldach und einem einstöckigen Anbau auf der Ostseite.
Die Fensterrahmen bestanden aus hellem Sandstein und eine große Freitreppe führte vom Bahnhofsvorplatz in das Gebäude.
Auf der Gleisseite erstreckte sich eine Überdachung über die gesamte Länge des Gebäudes des Hausbahnsteiges an Gleis 1.



Ansicht des Empfangsgebäudes Boppard vom Bahnhofsvorplatz um 1905



Ansicht des Empfangsgebäudes Boppard von der Gleisseite um 1905




Umgestaltung des Empfangsgebäudes


Im Jahr 1937 wurde das Bahnhofsgebäude erweitert und umgestaltet.
Die Büro – und Diensträume des Bahnhofspersonals wurden umgebaut und für den Fahrdienstleiter entstand ein kleiner Vorbau an der Südostecke des Empfangsgebäudes. Dadurch wurde die Bahnsteigüberdachung am Hausbahnsteig gekürzt.
Die auch optisch tiefgreifenste Umgestaltung war der neue Anbau für die nun „Reichsbahngaststätte Boppard am Rhein“ genannte Bahnhofsrestauration samt Gartenbewirtschaftung.
Hierfür wurde auf der Westseite ein neuer einstöckiger halbrunder Anbau mit allseits großen, bis auf den Boden hinabreichende Fenstern gebaut.
Am Pfingstsonntag 1938 wurde das umgestaltete Bahnhofsgebäude feierlich eröffnet.



Ansicht Empfangsgebäude Boppard nach der Umgestaltung 1937 vom Bahnhofsvorplatz aus mit der Bahnhofgaststätte.



Ansichten des Empfangsgebäudes Boppard nach der Umgestaltung 1937 von der Gleisseite mit dem Hausbahnsteige und der Bahnhofgaststätte.



Ansichten des Empfangsgebäudes Boppard nach der Umgestaltung 1937 von der Gleisseite mit der gekürzten Überdachung des Hausbahnsteiges und den Vorbau des Fahrdienstleiters.




Abriss


Mitte der 1980er Jahre stand das drittälteste Empfangsgebäude an der linken Rheinstrecke, obwohl es unter Denkmalschutz stand, den Planungen zum Ausbau der Bundestraße 9 im Weg.
Für den Bau der Bundesstraße wurde das 130 Jahre alte Empfangsgebäude ab dem 03. August 1987 abgerissen.




Modell


Das Modell des ehemaligen Empfangsgebäudes spiegelt den Zustand nach der Umgestaltung um 1970 wieder.
Eine komplette 3D Zeichnung sowie die Konstruktion verschiedener Einzelteile des Gebäudes wurden mit einem CAD – Programm in 1:87 erstellt.
Die Wände des Gebäudes sowie die Bodenplatten wurden aus 2 mm Sperrholz gelasert. Fenster, Fensterrahmungen, Schornsteine sowie der Vorbau für den Fahrdienstleiter wurden mit dem 3D Drucker gedruckt. Für die Dächer wurden die Dekorplatten Dachpfanne dunkelgrau (Auhagen Artikel-Nr.: 52226) und die Dachplatten Teerpappe (Auhagen Artikel-Nr.: 52217) verwendet.



Layout des Empfangsgebäudes in 1:87.
Erstellt mit einem professionellen CAD – Programm.



Layout des Empfangsgebäudes in 1:87 mit der kompletten Überdachung sowie den Schornsteinen.



Hier sind alle Wände des Gebäudes in einer 2D – Darstellung aufgeführt.
Aus dieser Zeichnung wird eine DXF/DWG Datei exportiert. Dieses Dateiformat benötigt der Lasercutter.






Alle gelaserten Einzelteile für das Empfangsgebäude Boppard aus 2 mm Pappelsperrholz.
Die Eckverbindungen der Wände sind verzahnt und können zusammengesteckt werden.
So wird eine passgenaue Verbindung der Teile garantiert und das Gebäude bleibt im Winkel.



Die Fenster und Fensterrahmen wurden mit dem 3D Drucker gedruckt und miteinander verklebt. Die Fenster passen genau in die ausgelaserten Öffnungen in den Wänden.



Der gelaserte Gebäudekörper mit ersten angesetzten Teile aus dem 3D Drucker



Ansicht der Gleisseite zum Hausbahnsteig mit dem Vorbau für den Fahrdienstleiter



Die Wände des Gebäudes sind miteinander verklebt und farblich behandelt worden. Danach wurden alle Fenster und Fensterrahmen auf die Wände in die vorgegebenen Öffnungen geklebt.



Bahnhofsgaststätte mit Säulen aus dem 3D Drucker.
Damit die Rundung an der Gaststätte realisiert werden konnte, mussten die Säulen an je einer Stirnseite konisch konstruiert werden.



Das Dach entstand aus Dekorplatten Dachpfanne dunkelgrau (Auhagen Artikel-Nr.: 52226).
Die Schornsteine wurden via CAD konstruiert und an die Dachneigung angepasst.



Das fertige Gebäude. Ansicht von der Gleisseite.



Das fertige Gebäude. Ansicht vom Bahnhofsvorplatz.



Die Grundplatte für das Empfangsgebäude wurde auf der Anlage installiert.
Der Sockel wurde aus Platten in Natursteinoptik erstellt und die große Treppe zum Haupteingang mit dem 3D Drucker gedruckt.







Der Bericht wurde von unserem Mitglied Benjamin Umbach erstellt. Einige Bilder im Bericht wurden uns freundlicherweise von Herrn Erich Martin Hermanspahn zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.
Herzlichen Dank!